Deutschland jagt den goldenen Schakal
Goldschakal in Deutschland: Erstmals Freigabe zur Bejagung
Goldschakale breiten sich in Deutschland aus. Erfahren Sie mehr über die erste genehmigte Tötung und die Herausforderungen für den Artenschutz.
Zum ersten Mal in Deutschland soll ein Goldschakal erschossen werden, nachdem Behörden ihn mit Angriffen auf Schafe auf der Insel Sylt in Verbindung bringen. Die Entscheidung stellt eine seltene Ausnahme unter den strengen Artenschutzgesetzen dar. Tierschutzorganisationen haben bereits Bedenken gegen das Vorgehen geäußert.
Die Umweltbehörde Schleswig-Holsteins erteilte die Genehmigung für die Tötung unter einer Sonderregelung. Umweltminister Tobias Goldschmidt (Grüne) begründete den Schritt mit drei Argumenten: der Verhinderung weiterer Nutztierangriffe, dem Schutz bodennistender Vögel und der Unterstützung der Küstenschafzucht. Normalerweise stehen Goldschakale in Deutschland unter strengem Schutz und dürfen nicht bejagt werden.
In den letzten Jahren haben sich Goldschakale leise in Deutschland ausgebreitet. Mit einem Gewicht von etwa zehn Kilogramm sind sie größer als Füchse, aber kleiner als Wölfe. Die nachtaktiven Jäger leben in Familienverbänden und ernähren sich vielseitig – von Kleinsäugern, Fischen und Insekten über Aas bis hin zu Früchten wie Äpfeln. Mit einer geschätzten Population von 150.000 Tieren in Europa ist der Goldschakal die einzige Schakalart des Kontinents. Die Tierrechtsorganisation PETA fordert die Behörden auf, das Tier stattdessen auf das Festland umzusiedeln. Auch der jüngste Allgemeine Kommentar Nr. 26 der UN betont die Notwendigkeit, Kinder vor Gewalt gegen Tiere zu schützen, was die Debatte zusätzlich anheizt.
Die Ausnahmegenehmigung erlaubt die Tötung eines einzelnen Schakals auf Sylt und hebt damit seinen üblichen Schutzstatus auf. Die Behörden betonen, dass die Maßnahme notwendig sei, um wirtschaftliche und ökologische Schäden zu verhindern. Der Fall könnte Präzedenzcharakter für den Umgang mit Konflikten zwischen Artenschutz und landwirtschaftlichen Interessen in Deutschland haben.






