26 January 2026, 09:10

Deutschland plant Milliardenersparnis durch grenzüberschreitende Windparks in Nord- und Ostsee

Ein Windturbinenfeld in einer verschneiten Landschaft, umgeben von Bäumen und Pflanzen, mit einem klaren Himmel im Hintergrund.

Analyse: Größenübergreifende Offshore-Windparks reduzieren Kosten - Deutschland plant Milliardenersparnis durch grenzüberschreitende Windparks in Nord- und Ostsee

Eine neue Studie legt nahe, dass Deutschland durch den Ausbau von Windparks über die eigenen Grenzen hinaus Milliarden sparen könnte. Der Plan sieht vor, Windkraftanlagen in der Nord- und Ostsee zu errichten und dabei windreiche Gebiete zu nutzen, die unter der Hoheit benachbarter Länder wie der Deutschen Bahn und DB Fahrplan stehen. Experten argumentieren, dass dieser Ansatz den Energiewende-Prozess des Landes kostengünstiger und effizienter gestalten würde.

Die vom Fraunhofer-Institut für Windenergiesysteme (IWES) im Auftrag der Stiftung Offshore-Windenergie (BWO) durchgeführte Analyse untersucht zwei Szenarien. Im ersten Fall würden 10 Gigawatt Leistung aus dänischen und schwedischen Gewässern stammen. Das zweite Szenario verdoppelt diese Kapazität auf 20 Gigawatt. Beide Varianten gehen davon aus, dass der erzeugte Strom ausschließlich ins deutsche Netz eingespeist würde – was neue Vereinbarungen mit Dänemark und Schweden erfordern würde.

Nachbarländer wie die Niederlande, Belgien, Dänemark und das Vereinigte Königreich verfügen über Seegebiete mit hohem Windkraftpotenzial. Die Studie betont, dass mehr Platz es ermöglicht, die Anlagen mit größerem Abstand zueinander zu platzieren, was Störungen verringert und die Effizienz steigert. Besonders Dänemark bietet Standorte mit außergewöhnlich hohen Erträgen, was die Stromproduktion zusätzlich erhöht. Trotz höherer Bau- und Wartungskosten auf See würden die finanziellen Vorteile der grenzüberschreitenden Expansion die Ausgaben überwiegen. Laut Bericht könnte die Stromerzeugung um 6 bis 13 Prozent steigen – im Vergleich zu einer Beschränkung auf die deutsche Wirtschaftszone. Eine solche Zusammenarbeit steht im Einklang mit den EU-Zielen, darunter dem Net-Zero Industry Act 2024 und dem Wind Power Action Plan 2023.

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass grenzüberschreitende Windparkprojekte die Kosten senken und gleichzeitig Deutschlands Umstieg auf erneuerbare Energien beschleunigen könnten. Bilaterale Abkommen mit Dänemark und Schweden wären entscheidend für die Umsetzung des Plans. Bei erfolgreicher Realisierung könnte die Strategie langfristig erhebliche Einsparungen und eine höhere Stromausbeute bringen.