Deutschland setzt auf Windräder – selbst in windschwachen Regionen bis 2030
Oliver LinkeDeutschland setzt auf Windräder – selbst in windschwachen Regionen bis 2030
Deutschland treibt den Ausbau der Windkraft voran – selbst in Regionen mit den geringsten Windaufkommen. Umweltminister Carsten Schneider hat ehrgeizige Pläne bekannt gegeben, bis 2030 rund 2.000 neue Windräder zu errichten. Damit soll das Ziel des Landes unterstützt werden, bis 2050 eine klimaneutrale Stromversorgung zu erreichen – trotz Bedenken hinsichtlich Effizienz und Kosten.
Laut aktuellen Plänen wird Deutschland bis zum Ende des Jahrzehnts zusätzliche 12 Gigawatt Windkapazität ausschreiben. Schneiders Strategie sieht vor, Windräder auch in südlichen Gebieten aufzustellen, wo die Windverhältnisse deutlich schlechter sind als im Norden. Bayern etwa weist einen durchschnittlichen "Gütefaktor" von nur 55 Prozent für Wind auf, doch 76 Prozent der dortigen Anlagen stehen in Schwachwindzonen.
Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) fördert bereits jetzt weniger effiziente Standorte mit höheren Subventionen. Instrumente wie der "Korrekturfaktor" und das "Referenzertragsmodell" erhöhen die finanzielle Unterstützung, um die Rentabilität der Betreiber zu sichern. Kritiker warnen jedoch, dass die hohen Kosten der süddeutschen Windräder die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie untergraben könnten.
Die Zwischenziele der Regierung sehen vor, bis 2030 80 Prozent des Stroms aus erneuerbaren Energien zu gewinnen. Angesichts der vielen geplanten neuen Anlagen in windschwachen Gebieten bleibt jedoch fraglich, ob der Ausbau ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis bietet.
Der Vorstoß für mehr Windräder in Regionen mit geringem Windaufkommen erfolgt, während Deutschland seine Klimaziele mit Hochdruck verfolgt. Zwar sollen Subventionen die geringere Leistung ausgleichen, doch die finanzielle Belastung für die Wirtschaft könnte steigen. Bis 2030 wird der Erfolg dieser Strategie davon abhängen, ob es gelingt, die Ziele der Energiewende mit den wirtschaftlichen Realitäten in Einklang zu bringen.






