09 May 2026, 22:29

E.ON-Chef fordert radikale Reform des Energiemarkts vor Reiches Ökostrom-Plänen

Liniendiagramm, das die Stromerzeugung aus Wind und Sonne in Deutschland zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

E.ON-Chef fordert radikale Reform des Energiemarkts vor Reiches Ökostrom-Plänen

Leonhard Birnbaum, Vorstandsvorsitzender von E.ON, hat die Bundesregierung aufgefordert, den Energiemarkt zu reformieren. Seine Äußerungen kommen im Vorfeld der von Wirtschaftsministerin Katharina Reiche geplanten grundlegenden Neugestaltung der Erneuerbare-Energien-Politik. Birnbaum warnte, dass ohne Kurskorrekturen der rasche Umstieg auf Ökostrom die Wirtschaft destabilisieren könnte.

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In einem Interview mit der „Welt am Sonntag“ lobte Birnbaum zwar die Fortschritte Deutschlands beim Ausbau der Erneuerbaren, betonte jedoch die Notwendigkeit eines neuen Systems. Die jüngsten Turbulenzen auf dem Strommarkt hätten gezeigt, dass das aktuelle Modell Mängel aufweise. Zwar unterstütze er Reiches „mutiges Gesetzespaket“, warnte aber vor Widerstand jener, die am alten System festhalten wollten – unabhängig von den damit verbundenen Kosten.

Reiches Reformpaket sieht unter anderem weitreichende Änderungen bei den Subventionen für Erneuerbare Energien und den Regeln für Netzanbindungen vor. Doch sowohl Teile der Branche als auch die SPD-Bundestagsfraktion haben bereits Kritik geäußert. Die durch überschüssigen Solarstrom gestiegenen Kosten belasten seit Monaten den Bundeshaushalt zusätzlich.

Birnbaum betonte, dass die Energiewende die Wirtschaft nicht schwächen dürfe. Reiches Vorschläge bezeichnete er als notwendigen Schritt hin zu einer „echten Systemtransformation“ und nicht bloßen Anpassungen. Die Debatte um die Reformen Reiches offenbart die Spannungen bei der deutschen Energiewende. Sollten die Pläne umgesetzt werden, würden sie Fördergelder und Netzbetrieb grundlegend verändern. Die Regierung steht nun vor der Herausforderung, wirtschaftliche Stabilität mit dem beschleunigten Ausbau der Erneuerbaren in Einklang zu bringen.

Quelle