18 January 2026, 00:31

Erfurt prüft Mindestpreise für Bolt-Fahrten – Taxigewerbe in Sorge

Eine Anzeige mit einem Zug, Text 'Dresdner Transport & Lagerhaus-Akt-Ges' und Gebäuden im Hintergrund.

Pflichtpreise für Bolt? Stadt Erfurt reserviert - Erfurt prüft Mindestpreise für Bolt-Fahrten – Taxigewerbe in Sorge

Erfurt prüft seine Verkehrsregeln, nachdem der Fahrdienstvermittler Bolt im Dezember vergangenen Jahres in der Stadt seinen Ridepooling-Service gestartet hat. Die Ankunft von zehn Bolt-Fahrzeugen hat den Wettbewerb für das lokale Taxigewerbe verschärft. Nun planen die Behörden zu untersuchen, ob Mindestpreise eingeführt werden sollten, um die Taxifahrer zu unterstützen.

Bolt nahm seinen Betrieb in Erfurt im Dezember auf und bietet günstigere Tarife als herkömmliche Taxis an. Die 90 lizenzierten Taxis der Stadt unterliegen strengen kommunalen Preisvorgaben, da sie Teil des öffentlichen Nahverkehrs sind. Bolt und ähnliche Apps legen ihre Preise hingegen selbst fest und unterbieten häufig die Taxitarife.

Mehrere deutsche Städte haben bereits Maßnahmen ergriffen, um den Markt auszugleichen. Essen und Heidelberg führten Mindestpreise für Mietwagen ein, um das Taxigewerbe zu schützen. Berlin, Düsseldorf und Frankfurt zogen nach: Berlin setzte die Regelung 2023 um, Düsseldorf folgt 2024, und Frankfurt plant die Einführung bis Ende 2025. Nun wollen die Erfurter Behörden die Auswirkungen von Bolt bewerten, bevor sie über ähnliche Schritte entscheiden. Ziel ist es, fairen Wettbewerb zu gewährleisten und gleichzeitig die Rolle des Taxigewerbes im öffentlichen Verkehr zu sichern.

Die Prüfung soll klären, ob in Erfurt Mindestpreise notwendig werden. Falls eingeführt, würde die Änderung die Stadt an andere angleichen, die bereits ihre Vorschriften für Fahrdienstvermittler angepasst haben. Die Entscheidung wird sowohl Bolts Geschäftsmodell als auch den lokalen Taximarkt beeinflussen.