EU führt digitales Einreise-/Ausreisesystem für strengere Grenzkontrollen ein
Dörthe ScheuermannEU führt digitales Einreise-/Ausreisesystem für strengere Grenzkontrollen ein
Ein neues digitales System zur Erfassung von Reisenden, die in die EU ein- und ausreisen, wird schrittweise eingeführt. Das Einreise-/Ausreisesystem (EES) ersetzt herkömmliche Passstempel durch Echtzeit-Biometriekontrollen. Behörden zufolge soll es die Grenzsicherheit erhöhen, ohne den Reiseverkehr für Millionen Menschen zu behindern.
Das EES erfasst Gesichtsbilder, Fingerabdrücke und Passdaten von Nicht-EU-Bürgern. Diese Informationen werden in einer zentralen EU-Datenbank gespeichert und ermöglichen schnellere Identitätsprüfungen. Ziel ist es, Betrug zu erschweren und Personen, die ihr Visum überziehen, leichter zu erkennen.
Bisher trugen Grenzbeamte Stempel manuell in Pässe ein. Nun zeichnet das System Ein- und Ausreisen automatisch auf. Allein die Flughäfen Nürnberg und Memmingen verzeichnen jährlich über drei Millionen Grenzübertritte – Effizienz ist hier entscheidend.
Bayerns Innenminister Joachim Herrmann erläuterte, dass das EES mit strengeren Kontrollen an den Landgrenzen einhergeht. Es ermögliche eine präzisere Überwachung des Luftverkehrs, so Herrmann. Gleichzeitig stärke das System den Schengen-Raum, indem es die Außengrenzen sichere und so die Binnenfreiheit schütze.
Der Flughafen Nürnberg verzeichnete 2025 mit 4,5 Millionen Passagieren einen Rekord. Angesichts steigender Reisezahlen ist das EES darauf ausgelegt, die wachsende Nachfrage ohne Verzögerungen zu bewältigen.
Da das System Ende 2024 nur teilweise eingeführt wurde, liegen für 2023 noch keine vollständigen Jahresdaten vor. Mit der schrittweisen Ausweitung auf weitere Flughäfen erwarten die Behörden eine bessere Nachverfolgung von Besuchern und weniger Sicherheitslücken. Der Wechsel von manuellen Stempeln zu digitalen Aufzeichnungen markiert einen Meilenstein in der EU-Grenzverwaltung.