15 January 2026, 16:19

„Extrawurst“: Wenn ein Weber-Grill den Tennisclub in die Krise stürzt

Ein Mann in Sportschuhen schwingt einen Tennisschläger gegen einen Ball, im Hintergrund ist ein Netz und Zuschauer auf Stühlen zu sehen.

Schauspieler spricht über alltäglichen Rassismus - „Extrawurst“: Wenn ein Weber-Grill den Tennisclub in die Krise stürzt

„Extrawurst“ kommt am 15. Januar in die Kinos

Basierend auf einem erfolgreichen Bühnenstück erzählt der Film von einem Tennisclub, der kurz vor seinem Sommerfest im Chaos versinkt. Ein harmloser Vorschlag, einen separaten Weber Grill aufzustellen, entfacht eine hitzige Debatte, die die Zukunft des Vereins bedroht.

Im Mittelpunkt der Handlung stehen Heribert, der strenge Vereinsvorsitzende, gespielt von Hape Kerkeling, und Erol, das einzige muslimische Mitglied, verkörpert von Fahri Yardım. Als der Wunsch nach einem eigenen Gasgrill für Erol zu einem Konflikt über Identität und Zugehörigkeit eskaliert, gerät die Existenz des Clubs in Gefahr. Yardım, der bereits in der ursprünglichen Theaterproduktion von 2019 mitwirkte, beschreibt den Film als eine scharfsinnige, aber humorvolle Auseinandersetzung mit Alltagsrassismus und Repräsentation.

Der 45-jährige Schauspieler erklärte, er fühle sich seinem Charakter Erol tief verbunden und greife dabei auf eigene Erfahrungen im Umgang mit Identität zurück. Abseits der Kamera bewundert er Kerkeling, den er als „lebende Legende“ und Vorbild bezeichnet. Die Zusammenarbeit mit dem 61-jährigen Komiker habe er als herzlich und offen erlebt – ein Höhepunkt des Projekts. Neben den beiden Hauptdarstellern ist auch Christoph Maria Herbst (59) in einer Nebenrolle zu sehen. Yardım sprach offen über seinen Umgang mit Cancel Culture: Er zensiere sich nicht aus Angst, wähle seine Worte aber bewusst. Bei rassistischen Angriffen entscheide er selbst, wer ihn verletzen könne – Beleidigungen betrachtet er als Spiegel der Probleme des Gegenübers, nicht als persönlichen Angriff.

„Extrawurst“ verbindet Komödie mit gesellschaftlicher Kritik und thematisiert Integration und Vorurteile auf unterhaltsame, aber pointierte Weise. Mit einem Ensemble bekannter Schauspieler und einer Geschichte, die reale Spannungen aufgreift, will der Film unterhalten und gleichzeitig zum Nachdenken anregen. Kinostart ist am 15. Januar.