GDL und Deutsche Bahn starten Tarifpoker mit 8-Prozent-Forderung und Streikpause
Siegrid RöhrichtVerhandlungen zwischen Bahn und GDL - Kein Streik bis Ende Februar - GDL und Deutsche Bahn starten Tarifpoker mit 8-Prozent-Forderung und Streikpause
Tarifverhandlungen zwischen Deutscher Bahn und GDL in Berlin gestartet
Die Lohnverhandlungen zwischen der Deutschen Bahn und der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) begannen am Donnerstag am Berliner Hauptbahnhof. Diese Runde markiert die ersten Gespräche unter dem neuen GDL-Vorsitzenden Mario Reiß, der den langjährigen Chef Claus Weselsky ablöste.
Beide Seiten haben sich eine Frist von zwei Monaten gesetzt, wobei bis Ende Februar eine Streikpause vereinbart wurde. Vierzehn Verhandlungsrunden sind geplant, bevor eine endgültige Entscheidung fällt.
Die GDL fordert eine Erhöhung der Bezüge um 8 Prozent über zwölf Monate, darunter ein Lohnplus von 3,8 Prozent sowie eine Anhebung der Zulagen um 8 Prozent. Weitere Forderungen umfassen eine neue Entgeltgruppe, höhere Vergütungen für Ausbilder und Prüfer sowie verbesserte Reisekostenerstattungen. Auch Wohnkostenzuschüsse stehen zur Debatte.
Reiß betonte, die Gewerkschaft wolle die Attraktivität der Bahnberufe steigern. Zu seinen Zielen gehören bessere finanzielle Absicherung, mehr berufliche Anerkennung und langfristige Stabilität für die Beschäftigten. Die GDL vertritt rund 10.000 Mitarbeiter – etwa fünf Prozent der gesamten Belegschaft der Deutschen Bahn. Der Personalvorstand der Bahn, Martin Seiler, zeigte sich zu Beginn der Gespräche kooperativ. Er unterstrich die Notwendigkeit, durch konstruktiven Dialog "eine bessere Bahn" zu gestalten. Die übrigen Beschäftigten werden separat von der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) vertreten.
Die Verhandlungen laufen über zwei Monate, während derer auf Arbeitsniederlegungen verzichtet wird. Bei einer Einigung könnten sich die Arbeitsbedingungen und Gehälter für Tausende Bahnmitarbeiter deutlich verbessern. Das Ergebnis wird zudem die künftigen Beziehungen zwischen der Deutschen Bahn und ihren Gewerkschaften prägen.