30 March 2026, 16:42

GKV vor 40-Milliarden-Defizit: 66 Reformvorschläge sollen Rettung bringen

Blauer Hintergrund mit weißer Schrift, die besagt, dass Millionen von Amerikanern durchschnittlich 800 USD pro Jahr an den Gesundheitsversicherungsprämien unter dem Inflation Reduction Act sparen, mit einem Logo.

GKV vor 40-Milliarden-Defizit: 66 Reformvorschläge sollen Rettung bringen

Deutschlands gesetzliche Krankenversicherung (GKV) steuert auf eine wachsende Finanzkrise zu – Prognosen zufolge droht bis 2030 ein Defizit von bis zu 40 Milliarden Euro. Als Reaktion hat die Gesundheitsfinanzierungskommission ihren ersten Bericht vorgelegt und darin 66 Empfehlungen vorgestellt, um die Beitragssätze zu stabilisieren und die Zukunft des Systems zu sichern. Die Vorschläge umfassen tiefgreifende Reformen – von Steuererhöhungen bis hin zu strengeren medizinischen Abläufen –, die ab 2027 schrittweise in Kraft treten sollen.

Die finanzielle Belastung der GKV hat sich in den letzten Jahren verschärft. Die durchschnittlichen Beitragssätze stiegen von 17,1 Prozent im Jahr 2025 auf den Rekordwert von 17,5 Prozent im Jahr 2026, angetrieben durch einen Anstieg der Zusatzbeiträge von 2,5 auf 2,9 Prozent. Chronische Defizite – allein 2027 werden über 15 Milliarden Euro erwartet – resultieren aus ungleichen Belastungen, etwa durch Befreiungen für Beamte, Selbstständige und Gutverdiener. Zudem belasten internationale Erstattungszahlungen die Kassen: 2025 flossen beispielsweise 185 Millionen Euro nach Österreich und 132 Millionen Euro nach Polen.

Der Bericht der Kommission schlägt umfassende Maßnahmen vor, um die Lücke zu schließen. Zu den unumstrittenen Empfehlungen zählen die Abschaffung der beitragsfreien Mitversicherung von Ehepartnern, höhere Steuern auf Tabak und Alkohol sowie eine gestaffelte Abgabe auf zuckerhaltige Getränke. Ein weiterer Vorschlag sieht das Ende der Sonderregelungen bei der Bezahlung im Rahmen des Terminservice- und Versorgungsgesetzes (TSVG) vor. Kontroverser ist dagegen der Plan, die volle GKV-Finanzierung für Pilotstudien zu streichen – ein Schritt, der die Versorgungsqualität und den Zugang zu Leistungen beeinträchtigen könnte.

Um unnotwendige medizinische Kosten einzudämmen, empfiehlt die Kommission zudem die schrittweise Einführung einer Pflicht zur Zweitmeinung vor häufig durchgeführten Operationen. Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) hat zugesagt, die Vorschläge zeitnah zu prüfen und noch in dieser Legislaturperiode die gesetzlichen Weichen für die Reformen ab 2027 zu stellen.

Die 66 Maßnahmen zielen darauf ab, das prognostizierte 40-Milliarden-Defizit bis 2030 abzuwenden. Falls umgesetzt, würden die Reformen die Finanzierung der GKV, medizinische Abläufe und Verbrauchersteuern grundlegend verändern. Die nächsten Schritte der Regierung werden entscheiden, ob das System ab 2027 langfristig stabilisiert werden kann.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones
Quelle