Gräfrath-Marktfest führt Eintrittsgeld ein – Senioren fühlen sich ausgeschlossen
Oliver LinkeGräfrath-Marktfest führt Eintrittsgeld ein – Senioren fühlen sich ausgeschlossen
Erstmals Eintrittsgeld: Gräfrath-Marktfest in Solingen verlangt zehn Euro – Kritik von Seniorenvertretern
Das traditionelle Gräfrath-Marktfest in Solingen führt in diesem Jahr erstmals eine Eintrittsgebühr von zehn Euro ein – und stößt damit auf scharfe Kritik bei lokalen Initiativen. Besonders der Seniorenbeirat der Stadt, vor allem dessen Arbeitsgruppe „Altersarmut“, moniert, dass die Gebühr ältere Bewohner unzumutbar belaste. Die Veranstalter rechtfertigen die Entscheidung mit stark gestiegenen Sicherheitskosten als Hauptgrund für die Neuerung.
Die Einführung des Eintrittsgelds markiert einen tiefgreifenden Wandel für das Fest, das bisher stets kostenfrei zugänglich war. Für viele Senioren in Solingen hat die Veranstaltung einen besonderen Stellenwert: Sie gilt als wichtiger Ort der Begegnung und hilft, Einsamkeit zu überwinden. Doch da von den zehn Euro lediglich zwei Euro als Essensgutschein erstattet werden, sei die Belastung für Rentner mit knappen Einkommen kaum tragbar, so die Kritiker.
Altersarmut ist in Solingen ein wachsendes Problem, warnt der Seniorenbeirat. Die Gebühr schaffe eine unnötige Hürde – besonders für ältere Menschen, die allein leben. Der vorgeschlagene kostenlose Familientag am Sonntag helfe ihnen kaum, da sie sich den Besuch an den anderen Tagen oft schlicht nicht leisten könnten.
Die Veranstalter verweisen unterdessen auf die deutlich gestiegenen Ausgaben für Sicherheit als Begründung für die Gebühr. Der Seniorenbeirat fordert jedoch fairere Lösungen: gestaffelte Preise, Ermäßigungen für Senioren oder eine stärkere finanzielle Unterstützung durch die Stadt. Ziel sei es, wirtschaftliche Notwendigkeiten mit der langjährigen Tradition des Fests als inklusives Gemeinschaftsereignis in Einklang zu bringen.
Die Debatte um die Eintrittsgebühr wirft grundsätzliche Fragen nach Bezahlbarkeit und Zugang zu lokalen Veranstaltungen auf. Ohne Anpassungen droht das Fest genau die Menschen auszuschließen, die es jahrelang als festen Bestandteil ihres Lebens schätzten. Der Seniorenbeirat drängt weiterhin auf Lösungen, die eine Teilhabe unabhängig vom Einkommen ermöglichen.






