Handwerkssterben in Deutschland: Warum traditionelle Berufe wie Schuhmacher verschwinden

Handwerkssterben in Deutschland: Warum traditionelle Berufe wie Schuhmacher verschwinden
Handwerk stirbt aus: Unersetzliches Wissen geht verloren
Teaser: Vom Schuhmacher bis zum Schneider – viele Handwerksberufe finden keine Nachfolger. Warum das ein Problem für die Nachhaltigkeit ist.
Artikeltext:
Traditionelle Handwerksberufe in Deutschland kämpfen um Nachwuchs. Die Schuhmacherei, einst ein weitverbreiteter Beruf, verzeichnet einen drastischen Rückgang an Auszubildenden. In diesem Jahr hat bundesweit nicht ein einziger neuer Lehrling in diesem Bereich begonnen.
Nur noch drei Betriebe in ganz Deutschland bieten eine Schuhmacherlehre an. Der Trend spiegelt die größeren Herausforderungen für handwerkliche Berufe wider, da jüngere Generationen sich von Karrieren wie Schneider oder Schuhmacher abwenden.
Besonders prekär ist die Lage in Schleswig-Holstein. Rund 1.300 Handwerkslehrstellen blieben kürzlich unbesetzt – auch wegen eines Rückgangs der jungen Bevölkerung um 20 Prozent seit 2010. Viele entscheiden sich für ein Studium statt für eine Berufsausbildung, andere zögern, sich früh auf einen Beruf festzulegen. Die schrumpfende Bevölkerung der Region, die Automatisierung und billige Importe aus Asien haben die Nachfrage nach lokalen Schuhmachern und Schneidern weiter verringert.
Die Zahl der Schuhmacherbetriebe zwischen Nord- und Ostsee ist von etwa 70 in den 1980er-Jahren auf heute rund 30 gesunken. Hohe Ausbildungskosten und der fehlende Zwang zum Meisterbrief schrecken Neueinsteiger ab. Zwar bleibt maßgefertigtes Schuhwerk bei wohlhabenden Kunden beliebt, doch die meisten jungen Menschen zeigen kaum Interesse am Beruf.
Anderswo sieht die Situation differenzierter aus. Bayern, Sachsen und Hessen verzeichnen steigende Auszubildendenzahlen, begünstigt durch höhere Bevölkerungsdichte, starke Regionalwirtschaften und die Nachfrage nach Maßkleidung in Städten wie München und Dresden. Staatliche Förderprogramme wie das bayerische Handwerksfördergesetz tragen ebenfalls zur Attraktivität bei. Dennoch bleibt der bundesweite Trend uneinheitlich – in manchen Regionen stagniert oder sinkt die Nachfrage.
Der Zentralverband des Deutschen Handwerks betont die Widerstandsfähigkeit des Sektors gegenüber Krisen und Automatisierung. Handwerksberufe böten echte Chancen auf Selbstständigkeit – vorausgesetzt, die Gesellschaft verbessere ihr Image, investiere in bessere Ausbildungsstätten, Berufsberatung und finanzielle Unterstützung für Azubis.
Ohne Gegenmaßnahmen könnten weitere traditionelle Handwerke aus dem Alltag verschwinden. Der Verlust von Fähigkeiten in Schuhmacherei und Schneiderei deutet auf einen tieferen Wandel im deutschen Arbeitsmarkt hin. Um das Problem zu lösen, braucht es stärkere Anreize, klarere Karrierewege und einen kulturellen Wandel, der handwerkliche Berufe wieder wertschätzt.

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