07 May 2026, 12:39

Herrenknecht-Chef warnt: Deutschland steuert "direkt auf die Wand zu"

Altes Buch mit detaillierten architecturalen Plänen und Text, einschließlich einer Zeichnung des ursprünglichen Plans für die Königliche Hermwerk Berlin-Baklberg.

Herrenknecht-Chef warnt: Deutschland steuert "direkt auf die Wand zu"

Martin Herrenknecht, Vorstandsvorsitzender der Herrenknecht AG, hat drastische Warnungen zur wirtschaftlichen Zukunft Deutschlands ausgesprochen. Der Chef des weltweit führenden Herstellers von Tunnelbohrmaschinen behauptet, das Land steuere „direkt auf die Wand zu“, wenn nicht grundlegende Reformen umgesetzt würden. Seine Kritik richtet sich vor allem gegen eine erstickende Bürokratie und einen kulturellen Wandel, die seiner Meinung nach die Wettbewerbsfähigkeit untergraben.

Herrenknecht verwies auf die zähen Genehmigungsverfahren in Deutschland als zentrales Hindernis. Ein Logistikzentrum in Baden-Württemberg stecke seit dreieinhalb Jahren in der Planungsphase fest, während ein vergleichbares Projekt in Chennai, Indien, bereits nach nur drei Monaten genehmigt worden sei. Der Vorstandsvorsitzende argumentiert, dass solche Verzögerungen es heutzutage selbst etablierten Unternehmen wie seinem eigenen nahezu unmöglich machten, neue Vorhaben zu starten.

Das in Schwanau ansässige Unternehmen, das weltweit rund 5.500 Mitarbeiter beschäftigt, war maßgeblich an prestigeträchtigen Projekten wie dem Gotthard-Basistunnel, dem Brenner-Basistunnel und Stuttgart 21 beteiligt. Trotz dieser Erfolge warnt Herrenknecht, dass das regulatorische Umfeld in Deutschland das Wachstum erstickt.

Neben der Bürokratie kritisierte er auch, was er als unrealistische Erwartungen junger Arbeitnehmer bezeichnet. Absolventen deutscher Hochschulen würden häufig umfangreiche Zusatzleistungen wie Sabbaticals, Homeoffice-Regelungen und flexible Elternzeit einfordern. Diese Forderungen, kombiniert mit dem, was er als eine „Nation von Weicheiern mit überzogenen Ansprüchen“ bezeichnet, trugen seiner Ansicht nach zu einem allgemeinen Rückgang der Arbeitsmoral bei.

Herrenknecht beschrieb Deutschland als in einem „Dornröschen-Schlaf“ gefangen, unfähig, sich den bevorstehenden Herausforderungen zu stellen. Seine Äußerungen spiegeln die wachsende Frustration unter Wirtschaftsführern über die Fähigkeit Deutschlands wider, sich auf der globalen Bühne zu behaupten.

Die Warnungen kommen zu einer Zeit, in der die Herrenknecht AG ihre Vorreiterrolle auf dem Markt für Tunnelbohrmaschinen weiter ausbaut. Dennoch deuten die Aussagen des Vorstandsvorsitzenden auf tiefe Sorgen um die langfristige wirtschaftliche Gesundheit Deutschlands hin. Ohne deutliche Veränderungen in Bürokratie und Arbeitskultur, so Herrenknecht, riskiere das Land, weiter zurückzufallen.

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