07 May 2026, 14:36

Wasserstoff-Infrastruktur in Deutschland: Warum Millionen an Fördergeldern verpuffen

Ein gelbes Wasserstoff-elektrisches Auto vor einem Gebäude mit Absperrpollern, Bannern, Menschen, Schildern, einer Topfpflanze, Deckenleuchten und Ventilatoren.

Wasserstoff-Infrastruktur in Deutschland: Warum Millionen an Fördergeldern verpuffen

Deutschlands Wasserstoff-Infrastruktur stockt: Millionen an Fördergeldern bleiben ungenutzt

Die Bemühungen Deutschlands, eine Wasserstoff-Infrastruktur aufzubauen, haben erhebliche Rückschläge erlitten – Millionen an staatlichen Subventionen blieben unausgegeben. Trotz ehrgeiziger Pläne hemmen schwache Nachfrage und verfehlte Ziele den Fortschritt. Sowohl Bundes- als auch Landesförderprogramme kommen seit Jahren nur schleppend voran.

Ein prägnantes Beispiel für die zögerliche Umsetzung liefert Bayern: Die Landesregierung stellte für 2024 und 2025 fast 120 Millionen Euro für den Bau von Elektrolyseuren bereit. Bis Ende 2025 waren jedoch nur 4,1 Millionen Euro tatsächlich ausgezahlt worden. Auch die Förderung von Wasserstofftankstellen stieß auf wenig Interesse – von den zwischen 2018 und 2025 bewilligten 61 Millionen Euro wurden lediglich 16,3 Millionen abgerufen. Selbst 9 Millionen Euro mussten zurückerstattet werden, weil geplante Projekte nie realisiert wurden.

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Das Tankstellenprogramm endete offiziell mit nur 20 fertigen Stationen – statt der ursprünglich angestrebten 100. Gleichzeitig waren bis Ende 2025 nicht einmal die Hälfte der knapp 142 Millionen Euro für Energieforschungszuschüsse abgerufen worden.

Die Bundesregierung setzt weiterhin auf ein Wasserstoff-Kernnetz, das vor allem industrielle Abnehmer bedienen soll. Doch Experten zweifeln daran, dass Wasserstoff flächendeckend für Heizungen oder den Verkehr eingesetzt wird – die Produktionskosten seien zu hoch. Selbst bei heimischen Anstrengungen bliebe Deutschland stark von Importen abhängig, ähnlich wie derzeit bei Erdgas.

Die zögerliche Umsetzung der Wasserstoffprojekte offenbart die Kluft zwischen Fördergeldern und praktischer Nutzung. Da der Großteil der Subventionen ungenutzt bleibt und zentrale Programme hinter den Erwartungen zurückbleiben, steht die deutsche Wasserstoffstrategie vor großen Herausforderungen. Industrielle Anwendungen bleiben der Hauptfokus, während eine breitere Nutzung für Heizungen und Fahrzeuge zunehmend unwahrscheinlich erscheint.

Quelle