17 April 2026, 14:39

Joe Lycett wird zu Hugo Boss – ein Protest gegen Markenmacht und Geschichte

Schwarze und weiße Visitenkarte für Jackson & Damper Senfhersteller, located at No. 2, Primrose Street, Bishopgate, London.

Joe Lycett wird zu Hugo Boss – ein Protest gegen Markenmacht und Geschichte

Der Komiker Joe Lycett hat seinen Namen offiziell in Hugo Boss ändern lassen – als Protest gegen die aggressive Durchsetzung der Markenrechte durch das Modeunternehmen. Der Schritt folgt auf Abmahnungen des Luxuslabels an kleine Unternehmen und gemeinnützige Organisationen, die das Wort "BOSS" nutzen, darunter eine walisische Brauerei und eine Frauenförderungsinitiative.

Das 1924 gegründete deutsche Modehaus Hugo Boss hat ein globales Imperium mit einem Jahresumsatz von über 2,3 Milliarden Pfund aufgebaut. Das Unternehmen beschäftigt mehr als 14.000 Mitarbeiter in 127 Ländern und betreibt 439 Filialen. Doch seine jüngsten juristischen Schritte haben Kritik ausgelöst.

Das Unternehmen ging gegen Kleinbetriebe und gemeinnützige Organisationen vor, die den Begriff "BOSS" in ihren Namen verwenden. Die in Swansea ansässige Brauerei Boss Brewing musste 10.000 Pfund für Anwaltskosten aufbringen, nachdem sie eine Abmahnung erhalten hatte. Auch die Organisation DarkGirlBoss, die Frauen mit Migrationshintergrund unterstützt, sah sich mit rechtlichen Drohungen konfrontiert, als sie versuchte, ihren Namen als Marke eintragen zu lassen.

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Lycetts Namensänderung ist eine direkte Reaktion auf diese Vorgehensweise. Er plant, in seiner Verbraucherschutz-Sendung Got Your Back ein neues Produkt unter dem Namen Hugo Boss auf den Markt zu bringen. Der Protest des Komikers unterstreicht den Kontrast zwischen der wirtschaftlichen Macht des Konzerns und seiner umstrittenen Vergangenheit.

Während der NS-Zeit war Hugo Boss, der Gründer des Unternehmens, überzeugtes Mitglied der NSDAP und Unterstützer Adolf Hitlers. Das Unternehmen fertigte SS-Uniformen mit Zwangsarbeit an – eine Geschichte, für die sich das Unternehmen 2011 offiziell entschuldigte. Trotz dieser Vergangenheit setzt der Konzern seine Markenrechte weiterhin kompromisslos durch.

Lycetts Aktion erhöht den öffentlichen Druck auf Hugo Boss, die eigene Rechtspraxis zu überdenken. Die betroffene Brauerei und die Fraueninitiative erhalten durch die Abmahnungen nun mehr Aufmerksamkeit. Gleichzeitig bleiben die historische Verstrickung des Modegiganten und seine heutigen Geschäftspraktiken weiter in der Kritik.

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