Jungheinrich kämpft mit Gewinneinbruch und überraschendem Führungswechsel
Siegrid RöhrichtJungheinrich kämpft mit Gewinneinbruch und überraschendem Führungswechsel
Jungheinrich: Gewinneinbruch und Führungswechsel beim Staplerhersteller
Der Industriegabelstapler-Hersteller Jungheinrich verzeichnet einen deutlichen Rückgang der Gewinne und steht vor einem Wechsel in der Führungsetage. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) des Unternehmens halbierte sich im ersten Quartal im Vergleich zum Vorjahr. Gleichzeitig verlässt Finanzvorständin Heike Wulff das Unternehmen früher als geplant – nach einer einvernehmlichen Lösung mit dem Aufsichtsrat.
Der Gewinnrückgang folgt auf einen schwierigen Jahresstart. Ein Streik im Werk Lüneburg und der harte Wettbewerb auf dem Markt belasteten die finanzielle Performance von Jungheinrich. Das aktuelle EBIT liegt nun bei etwa der Hälfte des Wertes aus dem gleichen Zeitraum des Jahres 2025.
Der Abschied von Heike Wulff steht im Zusammenhang mit der Entscheidung des Aufsichtsrats, ihren Vertrag nicht zu verlängern. Bis auf Weiteres bleibt die Position der Finanzchefin unbesetzt. Als Übergangslösung übernimmt Vorstandsvorsitzender Lars Brzoska vorläufig die Finanzagenden, bis eine dauerhafte Nachfolge gefunden ist.
Das Unternehmen bleibt mehrheitlich im Besitz der Gründerfamilie. Die 54 Millionen stimmberechtigten Stammaktien, die 53 Prozent des Gesamtkapitals repräsentieren, sind gleichmäßig auf die Familien der beiden Töchter von Friedrich Jungheinrich aufgeteilt. Die 45 Millionen nicht stimmberechtigten Vorzugsaktien, die im MDAX gehandelt werden, liegen hingegen größtenteils in der Hand öffentlicher Anleger.
Auch der Börsenwert von Jungheinrich hat gelitten. Seit Ende 2025 ist die Marktkapitalisierung um fast 30 Prozent gesunken und liegt derzeit bei rund 2,6 Milliarden Euro.
Jetzt steht das Unternehmen vor der Herausforderung, die Finanzen zu stabilisieren und gleichzeitig eine neue Finanzchefin oder einen neuen Finanzchef zu finden. Lars Brzoska wird die Finanzabteilung kommissarisch weiterleiten, bis eine Nachfolge bestimmt ist. Der Rückgang bei Gewinnen und Aktienwert unterstreicht den Druck auf Jungheinrich, sich in einem hart umkämpften Markt zu behaupten.






