Kai Wegner spielt Tennis während Berlins Stromausfall – und erntet harsche Kritik
Siegrid RöhrichtCDU-Kreisvorsitzender: "Wegner war einen Schritt weiter entfernt" - Kai Wegner spielt Tennis während Berlins Stromausfall – und erntet harsche Kritik
Berlins Regierungsbürgermeister Kai Wegner gerät in die Kritik, weil er während eines großflächigen Stromausfalls am Sonntag Tennis spielte. Fragen zu seiner Krisenreaktion mehren sich, einige fordern sogar seinen Rücktritt. Unterdessen äußerte sich der lokale CDU-Vorsitzende Stephan Standfuß zurückhaltend zur Lage.
Der Stromausfall traf Berlin am Sonntag und ließ zahlreiche Haushalte ohne Elektrizität zurück. Wegner räumte später ein, zwischen 13:00 und 14:00 Uhr an jenem Tag Tennis gespielt zu haben. Er betonte zwar, stets erreichbar gewesen zu sein, hatte jedoch zunächst das Ausmaß der Störung nicht erkannt.
Stephan Standfuß, CDU-Kreisvorsitzender von Steglitz-Zehlendorf, befand sich bereits mittags im Rathaus Zehlendorf und erkannte früh die Dimension des Problems. Zwar kritisierte er Wegner nicht direkt für das Tennisspielen, warf dessen Mitarbeitern aber vor, den Bürgermeister nicht zeitnah informiert zu haben. Einen Tag später besuchte Wegner eine Notunterkunft und half bei der Koordination von Updates. Standfuß merkte jedoch an, dass der Regierungsbürgermeister zunächst zögerlich auf die Krise reagiert habe. Unterdessen werden die Rufe nach Wegners Rücktritt aus verschiedenen Lagern lauter. Berichten zufolge wurden im Rathaus Zehlendorf Notunterkünfte eingerichtet, unklar bleibt jedoch, welcher Politiker sich dort am Sonntagabend aufgehalten hat.
Wegner verteidigte sein Vorgehen und betonte, während des Blackouts erreichbar gewesen zu sein. Standfuß reagierte abgewogen und kritisierte vor allem die Verzögerung in der Kommunikation – nicht das Tennismatch an sich. Die Debatte über Wegners Krisenmanagement hält an, während der Druck auf ihn weiter wächst.