27 June 2026, 12:22

Kaleb Erdmanns Debritz zeigt Ostdeutschland zwischen Wut und Witz

Die große Versalzung

Kaleb Erdmanns Debritz zeigt Ostdeutschland zwischen Wut und Witz

Kaleb Erdmanns neues Stück Debritz feiert Premiere am Badischen Staatstheater Karlsruhe

In Debritz entwirft Kaleb Erdmann ein fiktives ostdeutsches Dorf als Mikrokosmos gesellschaftlicher Konflikte – eine Mischung aus Farce und scharfer Sozialkritik.

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Das Dorf Debritz wirkt wie ein trostloser, abgehängter Ort: Ernteausfälle, schrumpfende Bevölkerungszahlen und das Fehlen von Industrie oder öffentlichem Nahverkehr zeichnen ein düsteres Bild. Das Bühnenbild unterstreicht dies mit einer eintönigen braunen Landschaft und kristallinen Wucherungen, die an die Folgen des Klimawandels erinnern.

Das Stück thematisiert die Kluft zwischen Stadt und Land in Deutschland sowie den Rechtsruck, der aus Wut und Frust gespeist wird. Zu den skurrilen Figuren gehören Barbarossa, der unter der Erde lebt, und Peggy, eine Zuckerrübenbäuerin. Sie und ihr Freund Maik sind die einzigen voll ausgearbeiteten Charaktere. In einer Szene flüchtet sich Peggy in Online-Dating – konfrontiert mit absurden und unerwünschten Avancen, die sie von ihrer harten Realität ablenken.

Als Farce setzt Debritz auf Slapstick und Übertreibung, doch die Botschaft ist ernst. Im Finale erscheinen zwei Gestalten in Schutzanzügen hinter dem Publikum, begleitet von einer drastischen Warnung vor der Zukunft. Das Dorf steht symbolisch für unzählige kämpfende Gemeinden in strukturschwachen Regionen.

Mit Humor und Zuspitzung greift das Stück reale Probleme auf: eine Gesellschaft am Scheideweg, zerrissen von Spaltung, Umweltzerstörung und einer ungewissen Zukunft. Der letzte Vorhang offenbart dem Publikum einen nüchternen Ausblick auf das, was kommen könnte.

Quelle