19 March 2026, 16:41

Kiel vs. Krieger Group: Umweltzerstörung, gebrochene Versprechen und rechtsextreme Spenden

Großes grünes Gebäude mit Graffiti an der Seite, Teil des Berlin Wall Projects in Berlin, Deutschland, umgeben von Straßeninfrastruktur und städtischen Elementen.

Kiel vs. Krieger Group: Umweltzerstörung, gebrochene Versprechen und rechtsextreme Spenden

Langjähriger Streit zwischen Kiel und der Krieger Group um Umweltschäden und unerfüllte Auflagen

Ein seit Jahren schwelender Konflikt zwischen der Stadt Kiel und der Krieger Group ist nun öffentlich geworden. Im Mittelpunkt stehen Umweltzerstörungen und nicht eingehaltene Zusagen im Zusammenhang mit dem Bau eines Möbel-Höffner-Megastores und eines überdimensionierten Fahrradmarkts. Während wertvolle Lebensräume zerstört wurden, harren versprochene Ausgleichsmaßnahmen noch immer der Umsetzung. Unterdessen gerät ein hochrangiger Manager des Unternehmens wegen Spenden an eine rechtsextreme Partei in die Kritik.

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Der Streit begann 2013, als die Krieger Group ein Kleingartengelände auf städtischem Boden ins Visier nahm. Die Pächter erhielten Kündigungen und berichteten von Vandalismus, darunter die Abschaltung der Wasserversorgung. Trotz der Spannungen erteilte Kiel 2016 eine Baugenehmigung – ursprünglich für einen Möbel-Kraft-Markt geplant. Später entwickelte sich das Projekt zu einem deutlich größeren Höffner-Megastore und einem übergroßen Fahrradmarkt.

Während der Bauarbeiten zerstörten schwere Maschinen jahrzehntealte Strauchstrukturen, Mosaik-Lebensräume und Hecken. Die Stadt reichte im Januar 2021 eine Strafanzeige ein, doch die Staatsanwaltschaft stellte das Verfahren ohne Anklage ein. Seither laufen Verhandlungen, da die Krieger Group zentrale Auflagen noch immer nicht erfüllt hat. Dazu gehören die Begrünung der Fassaden, das Nachpflanzen abgestorbener Bäume, die Anlage artenreicher Blumenwiesen sowie die Finanzierung eines Monitorings zur Artenvielfalt.

Wie die Umweltbilanz des Unternehmens in anderen deutschen Städten aussieht, bleibt unklar – öffentliche Informationen zu früherer Compliance fehlen. Unterdessen spendete Kurt Krieger, der milliardenschwere Senior-Manager, über eine seiner Firmen rund 18.000 Euro an den AfD-Kreisverband Chemnitz. Der Möbel-Höffner-Markt in Kiel wirbt nun mit einer Veranstaltung unter dem Motto "Kiel blüht auf" – mit Blumenworkshops und einem Auftritt einer "Waldfee", doch im Vordergrund steht weiterhin der Verkauf, nicht der Naturschutz.

Das Projekt der Krieger Group in Kiel hinterlässt eine Spur der Umweltzerstörung und gebrochener Versprechen. Die Stadt verhandelt weiter, um die Einhaltung der Auflagen durchzusetzen, während der hochrangige Manager wegen seiner politischen Spenden in der Kritik steht. Die geplante Werbeaktion tut wenig, um die ökologischen Bedenken auszuräumen, die durch den Bau aufgeworfen wurden.

Quelle