Machtkampf bei DocMorris: Soll Ex-Celesio-Chef Fritz Oesterle das sinkende Schiff retten?
Hubertus CasparMachtkampf bei DocMorris: Soll Ex-Celesio-Chef Fritz Oesterle das sinkende Schiff retten?
Führungswechsel bei DocMorris: Aktionäre drängen auf Abberufung von CEO Walter Oberhänsli
Die Aktionäre von DocMorris fordern einen Wechsel an der Unternehmensspitze und setzen sich für die Ablösung von Vorstandschef Walter Oberhänsli ein. Als möglicher Nachfolger gilt Dr. Fritz Oesterle, der für seine kompromisslose Geschäftsstrategie und seine langjährige Branchenexpertise bekannt ist. Hinter ihm steht die Investmentfirma Ceplion, die ehrgeizige Pläne verfolgt: Sie will das Unternehmen zu einer führenden digitalen Gesundheitsplattform in Europa umbauen.
Oesterles Karriere war stets von riskanten Zügen im Pharmasektor geprägt. Als ehemaliger Chef des Großhändlers Celesio setzte er stark auf die Liberalisierung des Marktes – doch 2011 verließ er das Unternehmen, nachdem der Europäische Gerichtshof das Verbot externer Apothekenbeteiligungen bestätigte. Seither übernahm er vor allem Aufsichtsratsmandate, hauptsächlich in der Bankenbranche und bei regionalen Unternehmen.
DocMorris selbst steckt derzeit in der Krise: Stagnierendes Wachstum und hohe Marketingkosten belasten die Gewinne. Ceplion will das Unternehmen nun zu einem Vorreiter für "Gesundheit auf Knopfdruck" in Europa machen. Doch Oesterles Expertise liegt traditionell im Großhandel und stationären Einzelhandel – nicht in der digitalen Innovation.
Auch der Markt befindet sich im Umbruch. Die Schwarz-Gruppe, zu der Lidl und Kaufland gehören, testet bereits Video-Sprechstunden und bereitet den Online-Verkauf von verschreibungspflichtigen Medikamenten vor. Gleichzeitig drängt die Drogeriekette dm in den Online-Apothekenmarkt und verschärft so den Wettbewerb.
Falls Oesterle das Ruder übernimmt, steht er vor der Herausforderung, das Unternehmen zu modernisieren und Verluste abzubauen. Der Wechsel erfolgt zu einer Zeit, in der große Einzelhändler zunehmend in den digitalen Gesundheitsmarkt expandieren – und DocMorris unter Zugzwang setzen. Ob Ceplions Vision einer schlanken europäischen Gesundheitsplattform gelingt, hängt davon ab, ob es gelingt, interne Hürden zu überwinden und sich gegen die harte Konkurrenz durchzusetzen.






