Mainzer Hundebesitzer erzwingen Prüfung neuer Hundeauslaufzonen nach Protesten
Dörthe ScheuermannMainzer Hundebesitzer erzwingen Prüfung neuer Hundeauslaufzonen nach Protesten
Protest von Hundebesitzern in Mainz bringt Stadt dazu, neue Hundeauslaufzonen zu prüfen
Im Juli 2025 versammelten sich Anwohner im Martin-Luther-King-Park (MLK) in Mainz, um bessere Infrastruktur für ihre Hunde zu fordern. Die Demonstration war der vorläufige Höhepunkt einer jahrelangen Debatte über leinenfreie Zonen und die Nutzung von Grünflächen in der Stadt.
Die öffentliche Diskussion um Hundewiesen in Mainz hat seit 2022 an Fahrt aufgenommen. Bürgerinitiativen wie "Hundepark Mainz", die 2023 gegründet wurde, sammelten über 5.000 Unterschriften für einen geplanten Freilauffbereich am Laubenheimer Hafen. Der Stadtrat beriet 2024 über entsprechende Pläne und genehmigte 2025 eine Testzone. Umweltverbände äußerten jedoch Bedenken wegen möglicher Schäden an der lokalen Flora und Fauna, was zu Verzögerungen führte.
Der MLK-Park selbst ist eine wichtige Fußgänger- und Radverbindung zwischen Hartenberg-Münchfeld und der Innenstadt. Er verfügt über Bänke, einen Tischtennistisch, eine Boule-Bahn, einen Fußballplatz und einen Basketballkorb. Trotz seiner Beliebtheit bei Hundehaltern weisen Schilder deutlich darauf hin, dass Leinenpflicht herrscht. Bereits im Mai 2024 hatte der Stadtrat Umgestaltungspläne für den Park beschlossen – eine Hundewiese war darin nicht vorgesehen.
Nach dem Protest im Juli beauftragte der Stadtrat die Verwaltung, alternative Standorte zu prüfen. Stadträtin Steinkrüger betonte jedoch, dass eine Umwidmung bestehender öffentlicher Grünflächen in Hundewiesen nicht infrage komme. Dieser Schritt spiegelt eine Entwicklung wider, die auch in anderen Städten wie Köln, München, Berlin und Hamburg zu beobachten ist, wo ähnliche Kampagnen in den letzten Jahren zu neuen Freilaufflächen geführt haben.
Der Protest zwingt Mainz nun, seine Haltung zu den Bedürfnissen von Hundebesitzern zu überdenken. Die Behörden werden mögliche Standorte bewerten, während bestehende Grünflächen geschützt bleiben. Die Entscheidung folgt einem Muster, das in anderen deutschen Städten zu beobachten ist: Öffentlicher Druck hat dort erfolgreich zur Ausweitung leinenfreier Zonen beigetragen.






