Marcel Friederich kämpft mit Humor und Buch gegen Vorurteile beim Möbius-Syndrom
Hubertus CasparAnders sein als Chance - Wie Marcel Friederich sich selbst fand - Marcel Friederich kämpft mit Humor und Buch gegen Vorurteile beim Möbius-Syndrom
Marcel Friederich, ehemaliger Sportjournalist mit Möbius-Syndrom, hat seine Karriere in Richtung Aufklärungsarbeit und Bewusstseinsbildung gelenkt. Die seltene neurologische Erkrankung führt zu Gesichtslähmungen, und Friederich nutzt heute seine Erfahrungen, um Vorurteile abzubauen. Seine Arbeit umfasst Vorträge, Workshops und ein neu erschienenes Buch über das Leben mit sichtbaren Besonderheiten.
Jahre lang war Friederich im Journalismus tätig, unter anderem als Leiter der externen Kommunikation der Deutschen Fußball Liga (DFL) und als Chefredakteur des Magazins BIG – Basketball in Deutschland. Doch nach seinem Ausstieg aus dem Medienbereich widmete er sich dem Möbius-Syndrom, von dem in Deutschland etwa 500 Menschen betroffen sind. Sein Entschluss entstand auch aus dem Mangel an öffentlichen Persönlichkeiten, die offen über das Leben mit dieser Störung sprechen.
Sein Engagement ist vielseitig: Er hält Lesungen, leitet Unternehmensworkshops und spricht auf HR-Messen. Bei Veranstaltungen verteilt er Aufkleber mit einem schiefen Lächeln – eine spielerische Anspielung auf seine eigene Gesichtslähmung –, um Gespräche über Inklusion anzuregen. Im November 2024 veröffentlichte er das Buch Menschen, die inspirieren: Schief. Stark. Außergewöhnlich, in dem er seine eigene Geschichte und die anderer Betroffener erzählt. Inspiriert wird Friederich von Persönlichkeiten wie dem ehemaligen Fußballspieler Thomas Hitzlsperger, der sich nach seiner Karriere als schwul outete. Er ist überzeugt, dass sichtbare Unterschiede Aufmerksamkeit erregen und das Verständnis fördern können. Sein Ziel ist es nicht nur, Aufklärung zu betreiben, sondern auch Mitgefühl zu wecken und Barrieren für Menschen mit Behinderungen abzubauen.
Friederichs Wechsel vom Journalismus zur Aufklärungsarbeit unterstreicht den Bedarf an mehr Sichtbarkeit für das Möbius-Syndrom. Durch sein Buch, seine Vorträge und kreative Öffentlichkeitsarbeit gibt er der Erkrankung eine seltene öffentliche Stimme. Seine Bemühungen zielen darauf ab, Stigmatisierung zu verringern und zu zeigen, wie Menschen mit Behinderungen den Alltag mit Stärke und Widerstandsfähigkeit meistern.