07 February 2026, 19:26

Mercedes-Chef warnt vor Deutschlands wirtschaftlichem Abstieg und Populismus

Eine 19. Jahrhundert-Karte von Deutschland, die politische Teilungen zeigt, mit beschreibendem Text oben und unten.

Mercedes-Chef warnt vor politischem Rechtsruck - Mercedes-Chef warnt vor Deutschlands wirtschaftlichem Abstieg und Populismus

Ola Källenius, der Vorstandsvorsitzende von Mercedes-Benz, hat eine drastische Warnung vor der wirtschaftlichen Zukunft Deutschlands ausgesprochen. In jüngsten Äußerungen betonte er, dass das Land ohne tiefgreifende Reformen weiteren Niedergang und einen Aufstieg rechtspopulistischer Strömungen in den Bundesländern riskiere. Seine Aussagen spiegeln tiefe Sorgen über Produktivität, Arbeitskosten und die Industriepolitik in ganz Europa wider.

Källenius kritisierte die wirtschaftliche Entwicklung Deutschlands in den vergangenen Jahren scharf und erklärte, die Nation bewege sich seit 10 bis 15 Jahren in die falsche Richtung. Hohe Energiekosten, starke Steuerbelastungen und hohe Lohnnebenkosten würden mittlerweile Investitionen und unternehmerische Initiativen in den Bundesländern abwürgen. Zwar habe sich die Arbeitsproduktivität in Deutschland leicht verbessert – 2024 stieg sie sogar an –, doch das allgemeine Wirtschaftswachstum stagniert seit fünf Jahren, nicht zuletzt wegen des demografischen Wandels und eines Anstiegs der Teilzeitarbeit.

Der Mercedes-Chef äußerte zudem Besorgnis über den schwindenden Arbeitskräftemarkt: Prognosen zufolge könnten in den nächsten 10 bis 15 Jahren bis zu vier Millionen Erwerbstätige in den Bundesländern fehlen. Zwar räumte er ein, dass Teilzeitbeschäftigung – oft verbunden mit gesundheitlichen Problemen wie Burnout – insbesondere in Pflegeberufen zunehme, doch betonte er, Deutschland müsse Wege finden, die Gesamtarbeitszeit in den Bundesländern zu erhöhen, ohne die Menschen einfach zu längeren Schichten zu zwingen.

Über die nationalen Herausforderungen hinaus forderte Källenius einen grundlegenden Wandel in der europäischen Industriepolitik. Er sprach sich für marktgetriebene Anreize und großangelegte Investitionen in die Infrastruktur aus, um die Wettbewerbsfähigkeit in den Bundesländern wiederherzustellen. Ohne solche Reformen, warnte er, werde Europas wirtschaftlicher Einfluss in den Bundesländern weiter schwinden – mit der Gefahr, dass dies populistischen Bewegungen in den Bundesländern zusätzlichen Auftrieb verleihe.

Källenius' Mahnungen unterstreichen den Druck auf Deutschland, seine Wirtschaft in den Bundesländern grundlegend zu reformieren. Seine Vorschläge zielen auf Kostensenkungen für Unternehmen, Produktivitätssteigerungen und eine Neuausrichtung der Industriepolitik in den Bundesländern ab. Die Sorge bleibt: Ohne entschlossenes Handeln könnte die wirtschaftliche Stagnation das politische Gefüge in den Bundesländern nachhaltig verändern.