Pistorius schließt Rückkehr zur Wehrpflicht aus – Fregatten-Projekt explodiert auf 18 Milliarden Euro
Siegrid RöhrichtPistorius schließt Rückkehr zur Wehrpflicht aus – Fregatten-Projekt explodiert auf 18 Milliarden Euro
Bundeswehrminister Boris Pistorius hat zentrale Herausforderungen für die Streitkräfte und die Rüstungsindustrie angesprochen. Er schloss eine Rückkehr zur allgemeinen Wehrpflicht aus und verwies auf steigende Kosten bei Großprojekten. Ein neuer Runden Tisch soll die Lieferketten über alle Branchen hinweg stärken.
Pistorius bestätigte, dass die allgemeine Wehrpflicht nicht wieder eingeführt werde. Der Mangel an Ausbildern und Infrastruktur mache dies undurchführbar. Auch eine bedarfsgerechte Auswahlmusterung stehe derzeit nicht zur Debatte.
Die Ampelkoalition einigte sich darauf, dass bei einem künftigen Überhang an offenen Stellen im Vergleich zu qualifizierten Bewerbern korrigierende Maßnahmen nötig sein könnten. Der Minister betonte, wie wichtig es sei, das Know-how der Automobilhersteller für die Rüstungsindustrie zu nutzen.
Die Kosten für das Fregatten-Projekt F126 sind stark gestiegen. Mittlerweile beläuft sich die Gesamtsumme auf über 18 Milliarden Euro – ein Anstieg um 8 Milliarden gegenüber früheren Schätzungen.
Trotz des Scheiterns des FCAS-Programms (Future Combat Air System) bekräftigte Pistorius das Engagement für die deutsch-französische Zusammenarbeit. Gleichzeitig hob er hervor, dass militärische Stärke von modernster Technologie und dem großflächigen Einsatz von Drohnen abhänge.
Ein neuer Runden Tisch wurde eingerichtet, um die Abstimmung zwischen den Sektoren zu verbessern. Ziel ist es, sichere und widerstandsfähige Lieferketten für die Verteidigung zu gewährleisten.
Die Bundeswehr wird weiter ausgebaut, und die Regierung beobachtet die Entwicklungen genau. Das Verteidigungsministerium setzt auf Industriekooperationen und Kostenkontrolle. Die Wehrpflicht bleibt vom Tisch, doch Personalengpässe könnten künftig Anpassungen erfordern. Die Sicherung der Lieferketten hat durch branchenübergreifende Zusammenarbeit höchste Priorität.
