04 January 2026, 08:48

Schloss Bellevue steht monatelang leer: Sanierung zwingt Bundespräsident zum Umzug

Ein prunkvoller Innenraum eines Palasts mit Schränken, beleuchteten Säulen, Wandskulpturen, einem großen Rahmenbild und einer von der Decke hängenden Leuchte.

Renovierung von Schloss Bellevue steht bevor - Kosten unklar - Schloss Bellevue steht monatelang leer: Sanierung zwingt Bundespräsident zum Umzug

Schloss Bellevue, der offizielle Amtssitz des deutschen Bundespräsidenten, steht vor umfangreichen Sanierungsarbeiten. Das Vorhaben soll langjährige Mängel beheben – darunter ein undichtes Dach, defekte Belüftungsanlagen und veraltete Sicherheitsvorkehrungen. Trotz des nahenden Baubeginns sind zentrale Fragen wie Kostenrahmen und Zeitplan jedoch noch ungeklärt.

Die Sanierung betrifft sowohl das historische Palais als auch das benachbarte moderne Bundesagentur für Arbeit Gebäude. Über die Jahre haben sich bauliche Schwächen, technische Defizite und Sicherheitslücken angestaut: Die Fenster des Schlosses entsprechen weder Einbruchschutz- noch Kugelsicherheitsstandards, während der Verwaltungstrakt eine komplette Überarbeitung von Brandschutz und Infrastruktur benötigt.

Ab März sollen die Arbeiten beginnen, was Präsident und rund 220 Mitarbeiter zum Auszug zwingt. Ein provisorischer Dienstitz in der Nähe des Kanzleramts und des Berliner Hauptbahnhofs wird sie während der Bauphase beherbergen. Allein dieser Interimsstandort kostete 205 Millionen Euro. Wie lange die Sanierung dauern und welche Gesamtkosten entstehen werden, ist jedoch noch offen – öffentliche Schätzungen zu Budget oder Fertigstellungstermin fehlen.

Die anstehenden Arbeiten zielen auf dringende Probleme an einem der wichtigsten Regierungsstandorte Deutschlands ab. Während der Sanierung verlagern sich Personal und Betriebsabläufe in die neu Errichtunge Arbeitsagentur. Doch ohne klare Zeitvorgabe oder Kostenplanung bleibt ungewiss, wann die Präsidialverwaltung in Schloss Bellevue zurückkehren kann.