27 March 2026, 18:33

SPD plant kapitalgedecktes Rentensystem mit Bundesrentenfonds für Start-up-Investitionen

Altes deutsches Aktienzertifikat mit rotem Regierungsstempel, mit gedrucktem Text, Zahlen und zusätzlichen Stempeln auf altem Papier.

SPD plant kapitalgedecktes Rentensystem mit Bundesrentenfonds für Start-up-Investitionen

Drei Abgeordnete der SPD haben einen Plan vorgelegt, um ein kapitalgedecktes Rentensystem in die gesetzliche Rentenversicherung Deutschlands zu integrieren. Wie das Handelsblatt als Erstes berichtete, sieht der Vorschlag eine schrittweise Einführung über einen neuen "Bundesrentenfonds" vor. Dieser könnte langfristig in Start-ups und schnell wachsende europäische Unternehmen investieren und privaten Anlegern gleichzeitig besseren Zugang zu aufstrebenden Firmen ermöglichen.

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Die Idee wurde in einem Positionspapier des Seeheimer Kreises, einer gemäßigteren Gruppe innerhalb der SPD, skizziert. Sie kommt kurz nach der Verabschiedung von Reformen der privaten Altersvorsorge durch den Bundestag und zu einem Zeitpunkt, an dem die Partei ein umfassenderes Reformpaket finalisiert. Anfangs soll der Fonds als freiwilliges Angebot für betriebliche und private Rentenpläne dienen. Mittelfristig jedoch könnte er dazu beitragen, die gesetzliche Rente selbst zu finanzieren.

Laut Plan könnte der Fonds bis zu fünf Prozent seines Vermögens in Start-ups oder europäische Unternehmen stecken, die einen Börsengang vorbereiten. Die Abgeordneten schlagen zudem vor, regulatorische Hürden abzubauen, um Versicherungen und Pensionskassen mehr Spielraum für Investitionen in junge Unternehmen zu geben. Ihr Vorstoß passt zur Reformstrategie des SPD-Co-Vorsitzenden Lars Klingbeil, die auch Steuererleichterungen für Forschung und Entwicklung als Teil einer gezielten Start-up-Förderung vorsieht.

Der Plan knüpft an die bestehende WIN-Initiative an, die ursprünglich bis 2030 zwölf Milliarden Euro Risikokapital für Start-ups mobilisieren sollte. Bisher wurden unter anderem 1,6 Milliarden Euro vom Bundeswirtschaftsministerium und dem Europäischen Investitionsfonds für Technologiebereiche wie KI bereitgestellt, zudem eine Milliarde Euro von der KfW Capital in den Drohnenhersteller Quantum Systems investiert. Auch Partner wie Allianz, BlackRock und die Bayerische Versorgungskammer haben erste Zusagen gemacht. Die Abgeordneten gehen nun davon aus, dass das Vorhaben durch weitere Reformen und die Einbindung von Rentenfonds bis Ende des Jahrzehnts ein Volumen von 25 Milliarden Euro erreichen könnte.

Sollte der Vorschlag umgesetzt werden, würde er private Sparer mit neuen Anlagechancen ausstatten und gleichzeitig mehr Kapital in Richtung Start-ups und wachstumsstarke Unternehmen lenken. Die umfassendere Reformagenda der SPD – mit Steueranreizen und regulatorischen Änderungen – zielt darauf ab, die Risikokapital-Landschaft in Deutschland zu stärken. Die nächsten Schritte hängen von den finalen Beschlüssen der Partei und möglichen gesetzgeberischen Maßnahmen ab.

Quelle