Streit um Arbeitszeitreform: Regierung will Acht-Stunden-Tag abschaffen – Gewerkschaften drohen mit Streiks
Siegrid RöhrichtGewerkschaften drohen mit Streiks gegen geplante Abschwächung des Arbeitszeitgesetzes - Streit um Arbeitszeitreform: Regierung will Acht-Stunden-Tag abschaffen – Gewerkschaften drohen mit Streiks
Die Pläne der Bundesregierung zur Reform des Arbeitszeitgesetzes haben heftigen Widerstand ausgelöst. Sowohl Gewerkschaften als auch die Grünen kritisieren den Vorschlag, die tägliche Acht-Stunden-Obergrenze durch ein wöchentliches Höchstarbeitszeitlimit zu ersetzen. Als Reaktion drohen nun Proteste und Streiks.
Bereits im Koalitionsvertrag von CDU/CSU und SPD waren Änderungen der Arbeitszeitregelungen vorgesehen. Statt der bisherigen täglichen Begrenzung auf acht Stunden will die Regierung nun eine wöchentliche Höchstgrenze einführen. Behördenvertreter argumentieren, dies komme insbesondere kleinen und mittleren Unternehmen zugute – vor allem in der Tourismus- und Gastronomiebranche.
Christoph Ploß, der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung, verteidigte die Reform und drängt auf eine zügige Umsetzung noch vor Jahresende. Gewerkschaftsvertreter hingegen verurteilen den Vorstoß als schädlich für Arbeitnehmer.
Robert Feiger, Vorsitzender der IG BAU, bezeichnete den Acht-Stunden-Tag als zentralen Baustein der sozialen Gerechtigkeit. Frank Werneke, Chef der Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di, warnte, die Änderungen würden es Arbeitgebern ermöglichen, Beschäftigte legal zu überlasten. Die Reform ignoriere die Gesundheit der Arbeitnehmer und den bestehenden Druck, so Werneke.
Die Regierung betont, die wöchentliche Obergrenze werde vor allem Unternehmen im Tourismussektor entlasten. Die Gewerkschaften bleiben jedoch bei ihrer ablehnenden Haltung und kündigen Arbeitskämpfe an, falls die Pläne umgesetzt werden. Der Streit dreht sich nun darum, ob die Reform noch vor 2025 in Kraft tritt.