Stuttgart 21: Fünf weitere Jahre Verzögerung und Kostenexplosion auf 14,5 Milliarden Euro
Dörthe ScheuermannStuttgart 21: Fünf weitere Jahre Verzögerung und Kostenexplosion auf 14,5 Milliarden Euro
Stuttgart 21: Bahnprojekt erleidet nächsten schweren Rückschlag
Die Deutsche Bahn hat eine weitere massive Verzögerung beim Großprojekt Stuttgart 21 bekannt gegeben: Die Inbetriebnahme des neuen Tiefbahnhofs verschiebt sich um fünf Jahre – von 2026 auf 2031. Gleichzeitig sind die Kosten von ursprünglich 4,5 Milliarden Euro auf nun 14,5 Milliarden Euro explodiert.
Kern des Vorhabens ist der Bau eines unterirdischen Durchgangsbahnhofs, der den bisherigen Kopfbahnhof in Stuttgart ersetzen soll. 2010 war es zu schweren Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Demonstranten gekommen, die sich gegen den Abriss des alten Bahnhofs wandten. Damals wurden über 100 Menschen verletzt.
Seitdem häufen sich die technischen Probleme: Mehr als 1.000 Kilometer Kabel und Leitungen wurden fehlerhaft verlegt und müssen nun ausgetauscht werden. DB-Chefin Evelyn Palla führte die Verzögerungen kürzlich auf die Komplexität der Digitalisierung des Stuttgarter Eisenbahnknotens zurück.
Der politische Druck wächst. Anfang Juni forderte Baden-Württembergs Ministerpräsident Cem Özdemir (Grüne) eine zügigere Umsetzung. Ironie der Geschichte: Die Grünen, einst erbitterte Gegner des Projekts, wurden 2011 bei der Landtagswahl zweitstärkste Kraft.
Trotz aller Widrigkeiten planen Stadtentwickler nun, das frei werdende Gelände für rund 6.000 neue Wohnungen zu nutzen.
Der aktuelle Kostenrahmen liegt bei 14,5 Milliarden Euro – mehr als das Dreifache der ursprünglichen Kalkulation. Mit der Eröffnung des neuen Bahnhofs wird frühestens 2031 gerechnet, während weiterhin an der Lösung technischer und logistischer Herausforderungen gearbeitet wird.
