Thyssenkrupp in der Krise: Aktie stürzt ab, Ölpreise explodieren
Siegrid RöhrichtThyssenkrupp in der Krise: Aktie stürzt ab, Ölpreise explodieren
Thyssenkrupp steckt in einer sich verschärfenden Krise, während der Aktienkurs abstürzt und die Produktionskosten explodieren. Der Industriekonzern verzeichnete innerhalb von nur 30 Tagen einen Kursverfall von fast einem Drittel und erreichte damit ein 52-Wochen-Tief. Steigende Ölpreise und billige Importe zwingen das Unternehmen, die Produktion an seinem französischen Standort weiter zu drosseln.
Die Probleme des Konzerns spitzen sich zu, während die Ölpreise aufgrund geopolitischer Spannungen in die Höhe schnellen. Nach den US-israelischen Angriffen auf den Iran und Teherans Gegenmaßnahmen – darunter die Sperrung der Straße von Hormus – kletterte der Preis für Brent-Rohöl erstmals seit Anfang 2022 wieder über die Marke von 100 US-Dollar pro Fass. Mit einem Höchststand von 119 Dollar verzeichnete der Preis einen Anstieg um 34 bis 40 Prozent gegenüber dem Vorkrisenniveau, während sich OPEC-Öl bei etwa 143 Dollar einpendelte. Der Preisschub erinnert an den Schock von 2022, als Russlands Angriff auf die Ukraine die Märkte ähnlich erschütterte und die Preise zuletzt diese Schwelle überschritten.
Die Thyssenkrupp-Aktie stürzte derweil auf 7,46 Euro ab – ein Rückgang um 44 Prozent gegenüber dem Oktober-Hoch von 13,24 Euro. Der Einbruch spiegelt die zunehmende finanzielle Belastung wider, unter der das Unternehmen aufgrund der explodierenden Ölpreise leidet. Als Reaktion darauf weitet der französische Standort die Produktionskürzungen aus, um dem Druck durch günstige Importe zu begegnen.
Die deutsche Regierung unternimmt Schritte, um die Folgen der steigenden Spritpreise abzufedern. Ein neues "Entlastungspaket für Kraftstoffpreise" befindet sich in Vorbereitung, zudem planen die Behörden die Freigabe staatlicher Ölreserven. Bundeskanzler Friedrich Merz äußerte unterdessen Zweifel am gesetzlich vorgeschriebenen Kohleausstieg bis 2038 und deutete damit mögliche Kurskorrekturen in der Energiepolitik an.
Mit einem Jahresiefststand und einem Minus von 31 Prozent innerhalb eines Monats verschärfen sich die finanziellen und operativen Herausforderungen für Thyssenkrupp weiter. Angesichts anhaltend hoher Ölpreise, ausgedehnter Produktionskürzungen und staatlicher Eingriffe wird sich in den kommenden Monaten zeigen, ob es dem Konzern gelingt, die Lage zu stabilisieren.






