17 January 2026, 22:14

„Wir haben es satt!“: Tausende fordern Agrarwende bei Berliner Großdemo

Eine Gruppe von Menschen steht vor dem Brandenburger Tor in Berlin, Deutschland, mit Schildern und Fahnen während einer Protestaktion gegen das EU-Referendum. Im Hintergrund sind Gebäude, Laternenmasten und eine Statue zu sehen.

"Wir haben genug!" - Demonstration für alternative Landwirtschaftspolitik - „Wir haben es satt!“: Tausende fordern Agrarwende bei Berliner Großdemo

Tausende Demonstranten versammelten sich während der Grünen Woche in Berlin, um eine Reform der Agrarpolitik zu fordern. Die von einem Bündnis aus 60 Organisationen koordinierte Kundgebung richtete sich vor allem auf nachhaltige Landwirtschaft und Tierschutz. Traktoren, Transparente und der Slogan "Wir haben es satt!" prägten die Veranstaltung, die als Ausdruck der Wut über die Regierungspolitik galt.

Die Proteste richteten sich gegen die Koalition aus Mitte-rechts- und Mitte-links-Parteien, der die Demonstranten vorwarfen, an veralteten Agrarstrukturen festzuhalten. Besonders kritisiert wurden drastische Kürzungen im Etat für Entwicklungszusammenarbeit, die weltweit über 670 Millionen hungernde Menschen betreffen. Auch die Lockerung von Düngeregeln stand in der Kritik, da sie die Trinkwasserversorgung gefährde.

Die Veranstalter wiesen zudem auf gestrichene Mittel für Tierschutzverbesserungen und Verzögerungen bei der Einführung einer Nutztierkennzeichnung hin. Sie warnten, dass diese Schritte die langfristige Nachhaltigkeit der Landwirtschaft untergraben. Rund 25 Traktoren schlossen sich dem Protestzug an und trugen Schilder mit entsprechenden Forderungen. Hinter der Aktion stand ein breites Bündnis aus Landwirtschafts-, Umwelt- und Tierschutzverbänden. Eine offizielle Teilnehmerzahl sollte im Laufe des Tages bekannt gegeben werden.

Die Demonstration erhöhte den Druck auf die Politik, die Kürzungen rückgängig zu machen und strengere Vorschriften zu erlassen. Die Protestierenden forderten sofortige Maßnahmen für eine ökologische Landwirtschaft und klarere Tierschutzstandards. Die Veranstaltung machte deutlich, wie stark die Unzufriedenheit mit der Regierungspolitik in den Bereichen Landwirtschaft und Ernährungssicherheit gewachsen ist.