26 March 2026, 00:34

Wolfram Weimer in der Kritik: Berlinale-Skandal und Buchpreis-Streit eskalieren

Bundeskanzlerin Angela Merkel spricht mit Reportern vor dem Kanzleramt in Berlin, umgeben von Menschen mit Mikrofonen und Geb├Ąuden im Hintergrund.

Wolfram Weimer in der Kritik: Berlinale-Skandal und Buchpreis-Streit eskalieren

Wolfram Weimer, der Staatsminister für Kultur und Medien in Deutschland, sieht sich mit wachsender Kritik an mehreren jüngeren Entscheidungen konfrontiert. Medienberichten zufolge versuchte er, Tricia Tuttle, die Leiterin der Berlinale, abzulösen. Gleichzeitig wies die Bundesregierung Forderungen nach seinem Rücktritt zurück und bekräftigte weiterhin ihre Unterstützung für seine Führung.

Die Kontroverse beschränkt sich nicht auf die Filmfestspiele: Streitigkeiten über Ausschlüsse beim Buchpreis, Baustopps und Sicherheitsüberprüfungen von Buchhandlungen haben eine breite Debatte ausgelöst.

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Der jüngste Konflikt entzündete sich, als Medien berichteten, Weimer habe versucht, Tricia Tuttle von ihrem Posten bei der Berlinale zu verdrängen. Die Bundesregierung stellte sich umgehend hinter ihn: Der stellvertretende Regierungssprecher Steffen Meyer betonte, Weimer genieße die volle Rückendeckung der Regierung. Die an ausgeschlossene Buchhandlungen verschickten Absagen wurden von offiziellen Stellen als Standardmitteilungen abgetan – mit Verweis auf "Sicherheitsschutzgründe", die eine Weiterleitung an das Bundesinnenministerium erforderten.

Zudem geriet Weimer in die Kritik, weil er den Ausbau der Deutschen Nationalbibliothek in Leipzig stoppen ließ. Auch die Lagergemeinschaft Buchenwald-Dora und die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten forderten ihn öffentlich auf, als Redner bei der Gedenkveranstaltung zur Befreiung des ehemaligen Konzentrationslagers Buchenwald zurückzutreten.

Weitere Vorwürfe gab es, nachdem Weimer bestimmte Buchhandlungen vom Deutschen Buchhandlungspreis ausgeschlossen und die Preisverleihung abgesagt hatte. Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels verurteilte diese Schritte. Gleichzeitig wurde bekannt, dass Buchhandlungen auf seine Anweisung hin vom Verfassungsschutz überprüft werden.

Trotz der zunehmenden Gegenstimmen halten politische Spitzenfunktionäre an Weimer fest. Bundeskanzler Olaf Scholz bekräftigte seine Unterstützung für die Kulturpolitik des Ministers, und Friedrich Merz erklärte im Bundestag, er habe Vertrauen in Weimer. Merz räumte ein, dass ein Kulturstaatsminister zwangsläufig mit Kontroversen konfrontiert werde, forderte aber keine personellen Konsequenzen.

Die Bundesregierung steht weiterhin geschlossen hinter Wolfram Weimer – trotz Rücktrittsforderungen und breiter Kritik. Seine Entscheidungen zu Kulturförderung, Sicherheitsprüfungen und Festival-Führung bleiben umstritten. Bisher wurden keine offiziellen Änderungen an seiner Position bekannt gegeben.

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