10 May 2026, 14:32

Zwei Schwestern prägen Wiens Theater: Maria Happel und Paula Nocker im Porträt

Plakat für das Theater Sarah Bernhardt von 1909-1910, das eine Gruppe von Frauen in der Mitte zeigt, umgeben von Texten, die das Theater und seine Schauspieler beschreiben.

Zwei Schwestern prägen Wiens Theater: Maria Happel und Paula Nocker im Porträt

Maria Happel und Paula Nocker – zwei Schwestern, tief verwurzelt im österreichischen Theater

Maria Happel und Paula Nocker, zwei Schwestern mit engen Bindungen zur österreichischen Theaterlandschaft, verbinden nicht nur die Bühne, sondern auch ein enges persönliches Verhältnis. Obwohl sie unterschiedliche Staatsbürgerschaften besitzen – Paula hat die doppelte, österreichische und deutsche, Maria ausschließlich die deutsche – leben sie als Nachbarinnen in Wien, wo Maria bereits mehr als die Hälfte ihres Lebens verbringt. Ihre Karrierewege könnten unterschiedlicher nicht sein, doch beide bereiten sich derzeit auf große Produktionen in der Wiener Theaterszene vor.

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Schon früh standen beide auf der Bühne. Maria machte 2010 mit ihrer Mitwirkung in Der Weg ins Freie an der Seite ihrer Töchter auf sich aufmerksam. Paula hingegen hat eine Laufbahn aufgebaut, die sich über beide Länder erstreckt – ein Spiegel ihrer doppelten Nationalität.

Maria inszeniert und spielt derzeit in Der heilige Falstaff, einer österreichischen Erstaufführung am Burgtheater, inspiriert von Shakespeares Heinrich IV. Die Produktion markiert ihre Rückkehr auf die Theaterbühne nach einer längeren Pause. Zuvor hatte sie die Leitung des Reinhardt-Seminars inne und sich vom Burgtheater beurlaubt, um anderen Projekten nachzugehen – eine Rückkehr in ihre alte Position blieb ihr jedoch verwehrt.

Paula hingegen probt für Mythen des Alltags, eine Koproduktion des Volkstheaters mit den Wiener Festwochen. Trotz ihrer unterschiedlichen Projekte schätzen die Schwestern die Ehrlichkeit der anderen – eine Eigenschaft, die Maria, wie sie zugibt, besonders in ihrer Rolle als Mutter manchmal schwerfällt.

Ihr Umgang mit Kritik könnte gegensätzlicher nicht sein: Während Maria sich auf positives Feedback konzentriert und negative Rezensionen beiseitelegt, sieht Paula jeden respektvollen Kommentar als berechtigte Auseinandersetzung. Abseits der Bühne engagieren sich beide für gesellschaftliche Themen. Paula unterstützt aktiv die #MeToo-Bewegung und ist überzeugt, dass diese sich weiterentwickeln muss, während Maria der Meinung ist, dass die Bewegung ihre Ziele noch nicht vollständig erreicht hat.

Die Schwestern prägen weiterhin die Wiener Kulturszene – jede auf ihre Weise. Marias tiefe Verbundenheit mit der Stadt und Paulas grenzüberschreitende Perspektive verleihen ihrer Arbeit besondere Stärke. Mit neuen Produktionen am Horizont bleibt ihr Einfluss auf das Theater so lebendig wie eh und je.

Quelle