Wie reagieren maritime Nahrungsnetze auf Zunahmen der Alkalinität?
Siegrid RöhrichtWie reagieren maritime Nahrungsnetze auf Zunahmen der Alkalinität?
Wie reagieren marine Nahrungsnetze auf eine erhöhte Alkalinität?
Einleitung Um den Klimawandel einzudämmen, müssen die vom Menschen verursachten CO₂-Emissionen so schnell und umfassend wie möglich reduziert werden. Zudem
Veröffentlichungsdatum 10. Dezember 2024, 09:30 Uhr MEZ
Stichwörter Wissenschaft, Finanzen, Investitionen, Immobilien
Artikel Eine neue Studie kommt zu dem Ergebnis, dass eine Erhöhung der Alkalinität der Ozeane, um mehr CO₂ aufzunehmen, unter kontrollierten Bedingungen kaum Auswirkungen auf Zooplankton hat. Die in Science Advances veröffentlichte Forschung deutet darauf hin, dass diese Methode helfen könnte, den Klimawandel zu bekämpfen, indem die Meere zusätzliches Kohlenstoffdioxid aufnehmen, ohne dabei versauerter zu werden. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gingen behutsam vor, um plötzliche chemische Veränderungen im Wasser zu vermeiden.
Das Experiment fand im Rahmen des OceanNETs-Projekts auf Gran Canaria statt, einer groß angelegten europäischen Forschungsinitiative mit 19 Partnern aus 10 Ländern. Das Team untersuchte, wie das marine Leben reagiert, wenn Meerwasser leicht alkalischer gemacht wird, um CO₂ aus der Atmosphäre zu binden.
Für die Studie nutzten die Forscher KOSMOS-Mesokosmen – große, schwimmende Versuchsanlagen, die jeweils acht Kubikmeter Meerwasser fassten. Die Alkalinität wurde so erhöht, dass das CO₂ bereits absorbiert war, bevor das Wasser zurück in den Ozean geleitet wurde. Diese als CO₂-äquilibrierte Alkalinitätserhöhung bezeichnete Methode vermeidet abrupte pH-Wert-Änderungen, die marine Organismen belasten könnten.
Während des Experiments blieben die Zooplankton-Populationen stabil. Die winzigen Lebewesen tolerierten weitgehend die moderaten chemischen Veränderungen, die durch die Behandlung verursacht wurden. Obwohl sich die Nährstoffqualität ihrer Nahrungspartikel verschlechterte, zeigten die Organismen keine klaren Anzeichen von Schädigung.
Das seit 2020 laufende OceanNETs-Projekt wird vom EU-Programm Horizon 2020 mit rund 8 Millionen Euro gefördert und vom GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel geleitet. Beteiligt sind unter anderem das Alfred-Wegener-Institut, die Universität Oxford und die ETH Zürich. Eine 2024 beginnende Folgephase erhält weitere 8 Millionen Euro aus Horizon Europe für vier Jahre zusätzlicher Forschung.
Obwohl die Ergebnisse vielversprechend sind, warnt die Studie davor, dass keine einzelne Methode der Alkalinitätserhöhung überall funktionieren wird. Lokale Bedingungen wie die Wasserchemie und die Empfindlichkeit des Ökosystems müssen berücksichtigt werden, um die Technik sinnvoll einzusetzen. Zudem sind weitere Untersuchungen nötig, um die langfristigen Auswirkungen auf das marine Leben zu prüfen und praktikablere Methoden zur Steigerung der Ozeanalkalinität zu testen.
Die Erkenntnisse legen nahe, dass eine sorgfältig gesteuerte Alkalinitätserhöhung zu einem nützlichen Instrument werden könnte, um CO₂ aus der Atmosphäre zu entfernen. Allerdings muss der Ansatz an verschiedene marine Umgebungen angepasst werden, um unerwünschte Folgen zu vermeiden. Künftige Studien werden nun die Sicherheit und Wirksamkeit der Methode in größerem Maßstab untersuchen.






