Zu wenige deutsche Batterien: Schleswig-Holsteins Ministerpräsident kritisiert Autohersteller
Oliver LinkeZu wenige deutsche Batterien: Schleswig-Holsteins Ministerpräsident kritisiert Autohersteller
Zu wenige Batteriefabriken in Deutschland: Schleswig-Holsteins Ministerpräsident kritisiert Autohersteller
Anreißer Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther übt scharfe Kritik am mangelnden Engagement der deutschen Automobilindustrie beim Aufbau von Batteriewerken.
22. Dezember 2025, 09:11 Uhr
Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) hat die deutschen Autohersteller dafür kritisiert, dass sie zu wenig in die heimische Batterieproduktion investieren. Seine Äußerungen folgen auf das Scheitern des geplanten Northvolt-Batteriewerks in Heide, das einst 3.000 Arbeitsplätze schaffen sollte. Günther warnt nun, dass Deutschland ohne eigene Batteriefertigung seine führende Position als Automobilnation gefährde.
Northvolt hatte für den Bau des Werks in Heide rund 600 Millionen Euro von der staatlichen KfW-Bankengruppe zugesichert erhalten. Bund und Land hatten sich die Garantien für die Finanzierung je zur Hälfte geteilt. Doch das Unternehmen meldete Insolvenz an, bevor das Projekt fertiggestellt wurde – 264 Millionen Euro der ursprünglichen Summe blieben ungenutzt.
Über die verbleibenden Mittel wurde kürzlich in den Wirtschafts- und Finanzausschüssen des Landtages beraten. Geprüft wurde, ob das Geld zur Unterstützung der noch aktiven deutschen Northvolt-Tochter umgeschichtet werden könnte. Bisher hat sich jedoch kein neues Unternehmen gefunden, das die Batterieproduktion in Heide übernehmen würde. Günther wirft zudem Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) vor, Informationen über ein mögliches Batteriewerk im Kreis Dithmarschen zurückzuhalten. Er drohte mit rechtlichen Schritten, falls die Details nicht offengelegt würden. Seine Verärgerung wuchs, als das US-Unternehmen Lyte Verhandlungen über eine kleinere Produktionsstätte am selben Standort aufnahm.
Während die Zukunft des Standorts Heide ungewiss bleibt, treibt Tesla seine eigenen Pläne voran: Der Konzern will bis 2027 in Grünheide bei Berlin mit der Produktion von Batteriezellen beginnen.
Das Scheitern des Northvolt-Projekts hat Schwächen in der deutschen Industriestrategie offenbart. Ohne direkten Ersatz für das Werk in Heide steht das Land vor Herausforderungen, seine Lieferketten für die Automobilbranche zu sichern. Die verbleibenden Gelder und mögliche juristische Auseinandersetzungen könnten die künftigen Weichenstellungen für die heimische Batterieproduktion beeinflussen.






